« Home
  « zurück zu Meine Achatschnecken
 
 
Genetik und Vererbung bei Achatina Fulica und Albino-Varianten

Danke an Achatschnecken Blog für die Textauszüge

 

Achatina fulica wildfarben

 

Achatina fulica white Jade und Vollalbino

 
Die Bilder werden Ende 2013 erneuert, sobald meine Rodatzii erwachsen sind.

 
Bei vielen Achatschneckenarten gibt es sogenannte Albinos, also Tiere, die entweder keine oder nicht genug Farbpigmente produzieren.
Bei Schnecken ist das Interessante, dass das Gen für Körperalbinismus (die Schnecke hat einen weißen Körper) getrennt von dem für Hausalbinismus (die Schnecke hat ein gelbliches Haus) vererbt wird. Die beiden Gene können auch zusammentreffen, es kommt dann zum Vollalbinismus, diese Tiere haben dann ein gelbliches Haus und einen weißen Körper.

Bei Achatina fulica haben die Albino-Varianten eigene Namen erhalten.:

Haus und Körper gefärbt: A. fulica wildfarben
Haus gefärbt, Körper albinotisch: A. fulica "White Jade"
Haus albinotisch, Körper gefärbt: A. fulica "Rodatzii"
Haus und Körper albinotisch: A. fulica "Vollalbino"

Grundsätzlich wird das Gen für Albinismus immer rezessiv (=unterdrückt) vererbt. Das heißt, wenn ich eine Vollalbino mit einer reinerbigen (beide Eltern sind ebenfalls wildfarben) wildfarbenen Schnecke verpaare, kommt unter dem Nachwuchs nur ein Farbschlag vor: Wildfarbene.
Diese Wildfarbenen tragen jedoch das Gen für Albinismus in sich, sie sind mischerbig. Verpaart man zwei dieser mischerbigen Tiere, erhält man im Gelege 25% wie auch immer geartete Albinos.
Diese Misch-Linien ziehen sich mittlerweile über Generationen, weil die Farbformen von A.fulica häufig zusammen in einem Terrarium gehalten werden.
Nun möchte ich hier mal ein paar mögliche Kreuzungsschemata vorstellen:

Ausgehend von reinerbigen Tieren

White Jade = WJ
Vollalbino = VA
rodatzii = RO
wildfarben = WiFab

WiFab x WiFab = WiFab reinerbig
WiFab x WJ = WiFab mischerbig auf Albinokörper
WiFab x VA = WiFab mischerbig auf Albinokörper und -Haus
WiFab x RO = WiFab mischerbig auf Albinohaus
RO x RO = RO reinerbig
RO x VA = RO mischerbig auf Albinokörper
RO x WJ = WiFab mischerbig auf Albinokorper und -Haus
VA x VA = VA. reinerbig
VA x WJ = WJ mischerbig auf Albinohaus
WJ x WJ = WJ reinerbig

Soweit der einfache Teil.
Denn in dem obenstehende Kreuzungsschema bin ich von komplett reinerbigen Tieren ausgegangen, und die sind mittlerweile selten.

Für mischerbigen Tiere gilt:
bei einem Gelege zweier mischerbiger Tiere kommen stets etwa 25 % Albinoformen vor.
Welche Albinoformen das sind, hängt von den Eltern ab:
Bei einem Gelege zweier WiFabs, deren Eltern eine reinerbige WJ und eine reinerbige WiFab waren, sind die beiden mischerbig auf Albinokörper, nicht auf Albinohaus. Denn die Elterntiere hatten ja kein Albinohaus. Also können an Albinoformen in diesem Gelege nur WJ auftauchen, und davon dann 25 %.
Bei einem Gelege einer Mischerbigen RO, die auf Albinokörper mischerbig ist, und einer WJ, die auf Albinohaus mischerbig ist, kann alles rauskommen, denn es sind ja die Anlagen für alles doppelt vorhanden. Einmal das Gen für Albinokörper, das sich offensichtlich in der WJ und unterdrückt in der RO befindet, und das Gen für Albinohaus, dass sich sichtbar in der RO befindet und unterdrückt in der WJ.
Das bedeutet, ihr erhaltet in dem Gelege 25% VA, 25% WJ, 25% RO und 25% WiFabs.

Verpaart man ein Mischerbigen mit einem reinerbigen Tier, kommen stets nur Tiere der Farbform des reinerbigen Tieres raus. Jedoch sind dann 50% des Geleges mischerbig.